Katholische Kirchgemeinde Fischingen

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Riesige Aufgabe angepackt

Die Katholische Kirchgemeinde Fischingen muss finanziell unten durch. Trotzdem wagt sie sich an die aufwändige Sanierung der Kloster- und Pfarrkirche, eines Denkmals von nationaler Bedeutung.


hr. Josef Gemperle, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Fischingen, zeigte am letzten Mittwoch auf einem Rundgang dem Anzeiger-Redaktor die sanierungsbedürftige Kloster- und Pfarrkirche Fischingen mit der Iddakapelle. Gemperle amtet zugleich als Präsident der Baukommission. Trotz des für die Kirchgemeinde gewaltigen Budgets für die Renovation von 5,2 Millionen Franken versprüht Gemperle Optimismus. Die Sanierungsarbeiten dauern gemäss Plan bis zum Jahr 2006.

"Die Pfarrkirche und die Iddakapelle gehören nicht der Klostergemeinschaft Fischingen bzw. dem Trägerverein St.Iddazell, sondern der Katholischen Kirchgemeinde Fischingen. Damit ist der Unterhalt der Kirche mit der Iddakapelle die Aufgabe unserer Kirchgemeinde", stellt Josef Gemperle zum Beginn des Rundgangs klar. Dies zeigt auch das Dilemma der finanzschwachen Kirchgemeinde: Sie zählt heute 350 Mitglieder, davon sind 240 Stimmberechtigte, der jährliche Steuerertrag ist eher sinkend als steigend, er beträgt rund 100000 Franken. Schon der Unterhalt der historischen Bauten überfordert die Kirchgemeinde. So absorbieren allein die jährlichen Gebäudeversicherungsprämien (Versicherungssumme 33 Mio. Franken) über 10 Prozent der Steuereinnahmen. Die jährlichen Ausgaben der Kirchgemeinde machten rund das Dreifache des Steuerertrages aus! - gibt Gemperle zu bedenken. Eindrücklich zeigt der Rundgang, wie gross die Schäden der in wesentlichen Teilen Ende des 17. Jahrhunderts gebauten Kirche und der Anfang des 18. Jahrhunderts errichteten Iddakapelle sind. Diese Bauten stehen als einzigartige historische Zeugen, ebenso wie das Kloster, unter eidgenössischem Denkmalschutz. Pater Meinrad Loser OSB, Mitglied der Klostergemeinschaft, ist Pfarrer der Kirchgemeinde Fischingen. Er brachte die Sache mit der Sanierung ins Rollen. Pater Loser entdeckte beim Turm bauliche Schäden, die 1999/2000 zur Turmsanierung und zur Untersuchung aller Bauten führten. Die vertieften Abklärungen zeigten, dass die Schäden gravierender sind als angenommen, eine sofortige Sanierung ist unausweichlich. Stichwortartig die wichtigsten Schäden: Verschmutzung im Innern der Kirche und der Iddakapelle, aufsteigende Feuchtigkeit, Risse, abblätternde Farbe, Zugluft, ungenügende Heizung, Wurmbefall der Kanzel und anderer aus Holz bestehender Teile, Hausschwamm im Dachstock über dem Kirchenschiff etc. etc. "Die Fischinger sind stolz auf ihre Kirche. Sie sind bereit, sich überdurchschnittlich für das barocke Bauwerk einzusetzen. Die Sicherung und der Fortbestand dieser einmaligen Kirchenbauten kann aber nur gelingen, wenn wir tatkräftige Hilfe von aussen bekommen. Wir sind überzeugt, dass es viele Freunde dieser einmaligen historischen Bauten gibt", macht Kirchenpräsident Gemperle Werbung für den Verein Barockkirche Fischingen. Der Mitgliederbeitrag beträgt 20 Franken. Über 700 Mitglieder zählt dieser Verein bereits. Dank des gewaltigen Einsatzes der Fischinger Kirchenvorsteherschaft, namentlich des Präsidenten, konnten wichtige Geldquellen erschlossen werden. Hunderte von Stunden wurden bereits ehrenamtlich in diese Sache investiert. Die katholische Landeskirche des Kantons Thurgau, der Bund und der Kanton Thurgau leisten den Löwenanteil an der Finanzierung der budgetierten Kosten von 5,2 Mio. Franken. Ziel des Vereins ist es, eine halbe Million beizutragen. Bis jetzt sind 200000 Franken zusammen.



 

 

 

 

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last update: 21.08.03

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