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Neue und zeitgemässe Iddastatue
Die Iddakapelle Fischingen hat ihr Wahrzeichen wieder auf dem Turm. Eine
neue Iddastatue ersetzte ihre rund 300 Jahre alte Vorgängerin. Zuvor wurde
sie eingesegnet und feierlich in luftige Höhen gehievt.
von Marie-Theres Brühwiler
Fischingen - 300 Jahre lang war die Iddastatue in luftiger Höhe Wind
und Wetter ausgesetzt. Im Zuge der laufenden Restaurierungsarbeiten an der
Barockkirche Fischingen und an der angrenzenden Iddakapelle sollte die um das
Jahr 1704 zu Ehren der Fischinger Dorfheiligen erstellte Statue umfassend aufgefrischt
werden. Doch die aus Eichenholz geschnitzte und silberfarben gefasste Figur
war nicht mehr zu retten. "Der Zustand war so schlecht, dass an eine Restaurierung
für den Aussenbereich nicht mehr zu denken war", so Baukommissionspräsident
Josef Gemperle. Während die alte Statue vorläufig einen Platz im
geschützten Innenbereich der Kirche bekommen hat, wurde Holzbildhauer
Luis Höger beauftragt, nach der Vorlage der zerfallenen Statue eine neue
zeitgemässe figürliche Interpretation der Heiligen zu schnitzen.
Eingesegnet und mit Kran gehievt
Am Dienstagnachmittag wurde die neue, ebenfalls in Eichenholz geschnitzte und
silberfarben gefasste Statue von Pater Prior Leo Müller feierlich eingesegnet
im Beisein zahlreicher Gäste mit einem Kran in luftige Höhen an ihren
Bestimmungsort gehievt. "Die heilige Idda muss einen guten Draht zu Petrus
haben", meinte Kirchenpräsident Josef Gemperle. Liess sich doch während
der herzlichen Zeremonie gar die Sonne blicken. Die von weither sichtbare Statue
zeigt die Heilige in bewegter Haltung und mit wehendem Habit. Es ist eine zeitgemässe
Interpretation der Heiligen aus ihrer Zeit als Eremitin. Sie trägt in
ihrer linken Hand ein Buch, zu ihrer Rechten ruht ein Hirsch mit zwölf
Lichtern am Geweih. Dieser habe Idda, so sagt es die Legende, jeweils zur Messe
begleitet und ihr den Weg durch den dunklen Wald in die Klosterkirche Fischingen
gedeutet. "Die neue Statue wird die Menschen hoffentlich für viele
Jahrzehnte an die Stätte des Idda-Grabes und zur prachtvollen Kapelle
hinführen", so Architekt Robert Bamert, der sich mit dem Setzen der
neuen Figur der heiligen Idda als Architekt vom aktiven Berufsleben verabschiedet.
Gesamtkosten über 6 Millionen
Die Restaurierungsarbeiten an der Barockkirche Fischingen und an der angrenzenden
Iddakapelle dauern bis ins Jahr 2006.
Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 6,6 Millionen Franken. Neben Gemeinde,
Kanton und Bund will auch der Verein Barockkirche Fischingen insgesamt 1,3
Millionen Franken an die Restaurationen beisteuern. An der Einsegnung der neuen
Statue zeigte sich Vereinspräsident Alex Frei erfreut darüber, dass
man vor wenigen Tagen die Millionengrenze erreicht habe. "Wir sind aber
noch lange nicht am Ziel", erläuterte Alex Frei. Dem überregionalen
Verein Barockkirche Fischingen gehören bereits gegen tausend Mitglieder
an.
Der bescheidene Mitgliederbeitrag von 20 Franken pro Jahr habe sich bewährt,
und man hoffe weiterhin auf viele neue Mitglieder, so der Vereinspräsident.
Die heilige Idda starb etwa im Jahre 1226
Im Leben der um die Jahre 1170 bis 1180 geborenen heiligen Idda folgten sich
drei Abschnitte: die junge Frau als Gräfin von Toggenburg, ihr Rückzug
als Eremitin in einer Höhle und später in einer Klause bei Au und
zuletzt ihre Zeit als Inklusin beim damaligen Frauenkloster in Fischingen.
Nach ihrem Tod um das Jahr 1226 wurde Idda nördlich der Klosterkirche
Fischingen begraben, wo bald nach ihrem Tode eine Kapelle errichtet wurde.
Der Neubau der Klosterkirche führte 1704 zum Abbruch der alten Kapelle
und zu einem architektonisch reich gegliederten Neubau mit achtseitigem Zentralraum,
ausgestattet mit sieben Altären und überwölbt mit einer hohen
Kuppel. Die Kapelle, die an die Barockkirche angebaut und mit dieser verbunden
ist, wurde 1718 von Abt Franz Troger eingeweiht und auf der Laterne über
der Kuppel mit einer lebensgrossen Figur bekrönt. (mtb.)
Baustelle besichtigen
Am Sonntag, 29. August, ist die Bevölkerung zum Tag der offenen Baustelle
eingeladen. An diesem Tag soll sich die Bevölkerung einen Gesamtüberblick
über das barocke Fischingen machen können. Das Programm sieht neben
einem Familiengottesdienst auch Führungen durch die Baustelle in der Iddakapelle
sowie spezielle Führungen für Kinder vor. Für musikalische Unterhaltung
werde auch gesorgt. (mtb.)
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