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Wahrzeichen wird restauriert
Vor drei Jahren haben die Restaurationen an der Barockkirche Fischingen
begonnen, zwei weitere Jahre sollen sie noch dauern. Die Gesamtkosten betragen
über 6 Millionen Franken.
Marie-Theres Brühwiler
Fischingen - "Der Fortschritt ist unübersehbar und die Freude
über jeden gelunge- nen Schritt auf diesem langen Weg gross", sagt
Kirchen- und Baukommissionspräsident Josef Gemperle. Natürlich habe
es in der langen Planungs- und Bauphase auch einige Rückschläge gegeben.
So sei die Finanzierung anfänglich beinahe gescheitert. "Ohne Geld
und Lobby ein solch riesiges Unternehmen aufzugleisen, war fast ein Ding der
Unmöglichkeit." Weiter hätten ihm der überraschend entdeckte
Hausschwamm, der die Restaurationsarbeiten verteuerte oder der altersbedingte
Rücktritt des Architekten anfänglich Kopfzerbrechen bereitet.
Von breiten Kreisen getragen
"Die Restaurierung an der Barockkirche Fischingen ist von breiten Kreisen
getragen", sagt Beatrice Sendner-Rieger, Denkmalpflegerin des Kantons
Thurgau. Erfreulich sei, dass es sich bei der Barockkirche Fischingen um ein
echtes Wahrzeichen handle, das noch immer seiner ursprünglichen Funktion
diene. In bautechnischer Hinsicht habe die grösste Schwierigkeit bisher
in der Reparatur des Dachstuhls gelegen. "Hier mussten ganz heikle Auflagerpunkte
und die Mauerschwelle ersetzt werden", so die Denkmalpflegerin.
Wenn die West-, Süd- und Nordfassade an der national geschützten
Klosterkirche bereits in neuer Frische erstrahlen und auch die neue Idda-Statue
ihren Platz in luftiger Höhe bereits eingenommen hat, so wird derzeit
im Innenbereich intensiv gearbeitet. Gegenwärtig ist der obere Chor eingerüstet.
"Unsere nächste Aufgabe ist es nun, das kostbare Deckengemälde
genau zu untersuchen, damit wir die richtigen Schritte einleiten können",
blickt Beatrice Sendner-Rieger in die nahe Zukunft. Demnächst wird auch
der liturgische Bereich, in den der gesamte Kirchenraum einbezogen werden soll,
neu gestaltet. Das siegreiche Projekt von Kurt Siegrist sieht drei Materialien
und eine schlichte Farbkombination in gedämpften Rottönen und Anthrazit
mit drei liturgischen Bereichen vor. Das Chorgitter sowie sämtliche historischen
Bauteile werden belassen.
Über eine Million vom Verein
"Ich wünsche mir, dass die Barockkirche Fischingen auch in Zukunft
ein kirchliches Zentrum bleibt und nicht zum blossen Kulturdenkmal wird",
sagt Alex Frei, Präsident des Vereins Barockkirche Fischingen. Der im
September 2001 gegründete Verein hat bei der Sammlung von Spenden die
Millionengrenze bereits überschritten. "Wir sind aber noch nicht
am Ziel", so Alex Frei. Für Josef Gemperle war die Gründung
des Vereins Barockkirche Fischingen ein Meilenstein. "Der finanzielle
Aspekt ist nur eine Seite, ebenso wichtig ist dabei, dass sich im Verein gegen
1000 Personen für die gleiche Sache einsetzen und sich daraus Synergien
entwickeln", so Josef Gemperle.
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