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Grossaufmarsch zur offenen Baustelle
Grosser Erfolg für die Organisatoren des Tages der offenen Baustelle
in der Barockkirche Fischingen; weit über tausend Besucher liessen sich
am vergangenen Sonntag aus erster Hand über den Stand der Restaurierungsarbeiten
informieren.
Marie-Theres Brühwiler
Fischingen - "Ein echtes Gemeinschaftserlebnis beim Familiengottesdienst
in übervoller Kirche zum Beginn, durchwegs ausgebuchte Führungen
und eine Welle der Begeisterung", freute sich Josef Gemperle am Sonntagabend,
als sich auch die letzten Besucher aus dem Tannzapfenland verabschiedeten.
Der Kirchen- und Baukommissionspräsident, der auch die Vorbereitungen
für den Tag der offenen Baustelle, zu welchem die Katholische Kirchgemeinde,
der Verein Barockkirche, der Verein St. Iddazell und das Amt für Denkmalpflege
des Kantons Thurgau am Sonntag einluden, leitete, war mit seiner Begeisterung
nicht alleine. Freude herrschte auch bei den zahlreichen Besucherinnen und
Besuchern. "Ich bin so stolz auf diese Barockkirche", brachte es
eine Frau aus der Nachbargemeinde auf den Punkt. Sie spüre die Umgebung
als Kraft- und Vertrauensquelle, so ihre Begleiterin. "Diese Glocken sind
ja megagross", ruft ein kleines Mädchen, als es während der
Kinderführung erstmals den Turm besteigen und die eindrücklichen
Dimensionen der Kirchenglocken ganz aus der Nähe bestaunen durfte.
Auch Nationalrätin Brigitte Häberli, Grossratspräsident Richard
Peter, Regierungsrat Hans Peter Ruprecht und Gemeindeammann Bernhard Kohler
zeigten sich von den Restaurierungsfortschritten an den national geschützten
barocken Kirchenbauten begeistert. Die stündlich angebotenen Führungen
waren innert Kürze restlos ausgebucht.
Die heilige Idda näher gebracht
"Es ist einfach nicht möglich, mehr als 15 Personen gleichzeitig
auf die Gerüste zum oberen Chor zu lassen", entschuldigte sich die
Denkmalpflegerin Beatrice Sendner-Rieger bei all jenen, die zu spät kamen,
deshalb auf die hautnahe Besichtigung des wertvollen Deckengemäldes im
oberen Chor verzichten und sich stattdessen auf andere Führungen begeben
mussten. Zu den Rennern des Tages gehörten auch die Besichtigung des Dachstuhls
und die Führungen durch die Klosterräume. Eindrückliches gab
es für die Besucherinnen und Besucher auch in der Iddakapelle zu beobachten,
wo derzeit die Kirchenreinigung läuft. "Der Schmutz an den 300 Jahre
alten Wänden und Gemälden hat die Atmosphäre in der Kapelle
bereits verändert", erklärt ein Mitarbeiter der auf Kirchenreinigungen
spezialisierten Firma.
Es gelte, die Ausstrahlung des Raumes zu erhalten und möglichst wenig
zu retouchieren. Die Iddakapelle weise keinerlei Verfälschungen auf, was
sehr speziell sei. Für die Reinigung wird eine Hebebühne eingesetzt.
Dies sei nicht nur aus Kostengründen vorteilhafter, sondern weil man jederzeit
den Überblick über den Gesamtraum habe, so die spannenden Ausführungen
des Handwerkers, der sich bei seiner Arbeit über die Schultern blicken
liess.
Pater Meinrad Loser brachte den Besuchern die Legende und Geschichte der heiligen
Idda von Toggenburg näher, und Josef Leo Benz erklärte wie die Klosterkirche
entstand. Architekt Robert Bamert informierte über die derzeit laufenden
Innenrestaurierungen und die Umgestaltung des liturgischen Bereichs, die eine
schlichte Farbkombination in gedämpften Rottönen und Anthrazit mit
drei liturgischen Bereichen vorsieht. Das Chorgitter sowie sämtliche historischen
Bauteile werden belassen. Auf reges Interesse stiessen auch die von Katrin
Gemperle und Erika Müller geleiteten Kinderführungen "Die Klosterkirche
mit allen Sinnen erspüren und kennen lernen." Während die Appezeller
Frauestriichmusig und die Musikgesellschaft Concordia den Anlass musikalisch
umrahmten, sorgten die Klosterküchenmannschaft und rund hundert freiwillige
Helferinnen und Helfer, dass auch für das leibliche Wohl der zahlreichen
Besucherinnen und Besucher gesorgt war.
Restaurierungen noch zwei Jahre
Die umfassenden Restaurierungen an der Barockkirche Fischingen haben vor drei
Jahren begonnen und sollen noch zwei weitere Jahre dauern. Die Gesamtkosten
betragen über 6 Millionen Franken. An den Kosten für die Restaurierungen
der national geschützten Kirchenbauten beteiligten sich Bund, Kanton,
Gemeinde, Landeskirche und der Verein Barockkirche Fischingen. Die Restaurierungen
an West-, Süd- und Nordfassade sind weitgehend abgeschlossen. Derzeit
laufen die Restaurierungen im Innenbereich.
"Riesige Teilnahme"
Josef Gemperle, Kirchen- und Baukommissionspräsident: "Die riesige
Teilnahme der Bevölkerung freut mich sehr. Mein grösster Wunsch ist
es, dass diese tiefe Verbundenheit so vieler Menschen mit der Iddakapelle und
der Barockkirche anhält." (mtb.)
"Ich freue mich ..."
"Ich freue mich, dass die Restaurierungen von so breiten Krei-sen getragen
sind und dass dieses Wahrzeichen des Hinterthurgaus immer noch seiner ursprünglichen
Funktion dient", erklärt Beatrice Sendner-Rieger, Denkmalpflegerin
(mtb.)
"Mitglieder gesucht"
Alex Frei, Präsident Verein Barockkirche Fischingen: "Wir möchten
neue Mitglieder für unseren Verein gewinnen, damit wir das Ziel, insgesamt
rund 1,3 Millionen Franken an die Restaurierungskosten beizutragen, schnell
erreichen." (mtb.)
"Ein Wahrzeichen"
"Die Barockkirche und das Kloster Fischingen sind einmalig und si-cher
ein Wahrzeichen für den Hinterthurgau", so Regierungsrat Hans Peter
Ruprecht: Ich bin froh, dass diese tollen Bauten unter nationalem Denkmalschutz
stehen." (mtb.)
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