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Iddakapelle neu eingesegnet
Eine wichtige Etappe der insgesamt fünf Jahre dauernden Gesamtrestaurierung der Barockkirche Fischingen ist abgeschlossen. Die frisch restaurierte St. Iddakapelle wurde am Sonntag neu gesegnet und damit wieder ihrer Bestimmung übergeben.
Marie-Theres Brühwiler
Fischingen - «Heute ist ein ganz besonderer Freudentag», begrüsste Kirchenpräsident Josef Gemperle die rund 200 Personen, die sich am Palmsonntag zur feierlichen Neusegnung der St. Iddakapelle einfanden. Die bis ins Jahre 2006 dauernden Restaurierungen seien mit einem Marathon vergleichbar. «Wenn sich heute erstmals wieder das Tor zur Iddakapelle öffnet, entschädigen die leuchtenden Farben für alle kleineren und grösseren Schwierigkeiten der letzten vier Jahre», so der Kirchenpräsident vor dem feierlichen Einzug in die in den Jahren 1703 bis 1718 erbaute Kapelle.
Neue liturgische Gestaltung
«Kirchen und Kapellen sind nicht nur wertvolle Museen, sondern vor allem Stätten des Heils», verkündete Prior Leo Müller während der eindrücklichen Messfeier, die durch das Mitwirken des Kirchenchors Fischingen eine ganz besonders festliche Note erhielt. «Sowohl die Farbenpracht als auch die faszinierende Höhe und die heitere Lichtführung sind faszinierend», betonte Architekt Josef Leo Benz, der für die weiteren Restaurierungsarbeiten im Innenbereich verantwortlich zeichnet. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher zeigten sich nicht nur von der stimmungsvollen Messe und der wieder gewonnenen Helligkeit und den leuchtenden Farben, sondern auch von der Neugestaltung des liturgischen Bereichs mit dem schlichten Altar im Zentrum und den kreisförmig angeordneten anthrazitfarbenen Stühlen begeistert. «Der Zentralraum ist die richtige Art der Gottesdienstführung», meinte Robert Bamert. Es habe ihn ausserordentlich berührt, wie eindrücklich sein Konzept bereits während der Neusegnung zum Tragen gekommen sei, so der Architekt aus St. Gallen weiter.
Nagelfluhsteine aus der Region
Ebenso begeistert zeigte sich Bauleiter Marcel Tschirky. «Der heutige Tag ist Genugtuung und Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Die Wahl des Bodenbelages sei sehr schwierig gewesen. Letztlich habe man mit den aus der Region stammenden Nagelfluhsteinen und mit Rosenspitzmuster verzierten Tonsteinen aber eine hervorragende Lösung gefunden, resümierte Tschirky. «Einfach grossartig», strahlte auch Regierungsrat Hans-Peter Ruprecht.
Auf weitere Spenden angewiesen
Die Restaurierungsarbeiten dürften voraussichtlich bis im Frühsommer 2006 abgeschlossen sein. «Wir brauchen dringend weitere Spenden», so der Präsident des Kirchenrates des Kantons Thurgau, Peter Plattner. Die Restaurierungskosten, die ursprünglich auf 5 Millionen geschätzt wurden, sollen nach den neuesten Berechnungen mit den im Verlaufe der Restaurierungen überraschend zum Vorschein gekommenen enormen statischen Problemen auf rund 7 Millionen Franken zu stehen kommen, hiess es weiter.
Die Kosten werden durch Beiträge der Denkmalpflege von Bund und Kanton, durch die Landeskirche des Kantons Thurgau und durch den Verein Barockkirche Fischingen getragen.
«Die Barockkirche ist unser Wahrzeichen»
Gabriela Camenzind : «Kirchgebäude dürfen schön sein, die Restaurationen waren auch dringend nötig. Das Resultat ist schön geworden.»
Samantha Kaiser: «Die Kirche ist unser Wahrzeichen. Ich bin beeindruckt, wie viele Leute zur Neusegnung der restaurierten Iddakapelle gekommen sind».
Gregor Holenstein: «Diese neue Anordnung des liturgischen Bereiches gefällt mir. Man erlebt auch den Gottesdienst so viel intensiver.» (mtb.) |
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