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Besichtigung auf Baustelle erlaubt
Weit über 1000 Personen nahmen am gesamten Sonntag Einblick in das barocke Fischingen. Wie schon im Vorjahr wurde der Tag der offenen Baustelle zu einem grossen Erfolg.
Marie-Theres Brühwiler
Fischingen - «Die zwölf Säulen in der Iddakapelle sind Symbol für die zwölf Apostel. In der lebendigen Kirche sind es andere Mitchristen, die sehr wichtige Säulen bilden.» Im morgendlichen Familiengottesdienst in der vollen Iddakapelle zählte Pfarrer Meinrad Loser den Kirchenpräsidenten, die Architekten und viele weitere an den Restaurierungsarbeiten beteiligten Personen zu den wichtigen Säulen. Für das nachmittägliche Klavierkonzert von Pavel Pozdychev im Bibliotheksaal mussten alle Reservestühle aufgetrieben werden. Auch die 15 von der Kirchgemeinde, den Vereinen Barockkirche und St. Iddazell sowie der Benediktinergemeinschaft und dem Amt für Denkmalpflege gemeinsam angebotenen Führungen waren praktisch restlos ausgebucht.
Kirche mit Geburtsfehler
«Ich war in der Sakristei und da sah ich viele Sachen, die ich sonst nicht sehe», berichtete der achtjährige Thomas. «Mich beeindruckte vor allem die rund 4 Tonnen schwere Glocke im Kirchturm», strahlte ein Mädchen, das eben von einer Kinderführung zurückkehrte. «Unglaublich, wenn man sich vorstellt, wie dieses Werk vor mehr als 300 Jahren entstanden ist», so ein Besucher bei der Besichtigung des Dachstocks, an welcher die jüngsten Probleme bei der Statik das zentrale Thema waren. Durch die Tatsache, dass sich das Gewölbe an einzelnen Stellen um bis zu 30 Zentimeter gesenkt hat, entstehen bei den Restaurierungsarbeiten Mehrkosten von rund einer Million Franken. «Die Kirche hat bereits einen statischen Geburtsfehler mitgebracht», erklärte Statiker Jürg Buchli.
Auch die Führungen zu den Restaurierungen des Deckengemäldes im Oberen Chor mit Denkmalpflegerin Beatrice Sendner-Rieger und Restauratorin Doris Warger stiessen auf sehr grosses Interesse. Viele Besucherinnen und Besucher liessen es sich nicht nehmen, den Kirchenschatz von Fischingen kennen zu lernen, sich von Meinrad Loser die faszinierende Geschichte der heiligen Idda erzählen oder sich von Prior Leo Müller in das Priorat führen zu lassen. Architekt Josef Leo Benz erklärte die Neugestaltung der Pfarrkirche und die Entstehung der drei liturgischen Orte. Die strahlende und bereits fertig restaurierte Iddakapelle erhielt ebenso viel Lob, wie die gelungene Aussen- renovation mehrfach gerühmt wurde. «Für mich strahlt dieses barocke Werk einfach gesamthaft eine unglaubliche Faszination aus», so Judith Bommer aus Münchwilen.
Motiviert für den Schlussspurt
«Ich bin tief beeindruckt von den sehr zahlreichen guten Reaktionen der vielen Besucherinnen und Besucher und überwältigt vom Engagement der über 100 im Einsatz stehenden freiwilligen Helferinnen und Helfer», freute sich Kirchenpräsident Josef Gemperle. Dies motiviere, auch den Schlussspurt im Restaurierungsmarathon noch erfolgreich zu meistern. Die umfassenden, im Jahre 2001 begonnenen und mit Kosten von rund 7 Millionen Franken verbundenen Restaurierungsarbeiten sollen im November 2006 abgeschlossen sein (TZ berichtete).
«Ich bin fasziniert»
«Das barocke Fischingen fasziniert mich sehr. Wenn ich mit meiner Mithilfe in der Festwirtschaft etwas zur Restaurierung beitragen kann, mache ich das gerne», so der pensionierte Posthalter Bruno Wick aus Balterswil. (mtb.)
«Archäologe sein»
«Ich schickte meine Kollegen nach Hause und fuhr mit meiner Oma schon zum dritten Mal nach Fischingen. Ich finde es hier sehr spannend. Ich möchte einmal Archäologe werden», sagt der 10-jährige Manuel Derungs aus Sirnach. (mtb.)
«Bin gerne Mitglied»
«Es ist wunderbar, dass diese beeindruckenden historischen Bauten wieder auf Vordermann gebracht werden. Ich bin deshalb sehr gerne Mitglied des Vereins Barockkirche Fischingen», betonte Moritz Huber aus der Gemeinde Wängi. (mtb.)
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