Katholische Kirchgemeinde Fischingen

online

 

 

 

 

 Home

 Archiv

 

 

 

 



Wir über uns

Pfarreiblatt

Gottesdienstordnung

Adressen

Kirche

Renovation

Kirchliche Gruppen

Bilder aus der Pfarrei

Bilder zum Verweilen

Links

Gästebuch

Archiv

 

Verein Barockkirche
Fischingen

Spenden

 

Impressum












Mit Regierungsrat bei Vollmond unterwegs

Mehr als 200 Männer, Frauen und ein paar Kinder wanderten auf verschiedenen Routen in und um Fischingen durch eine einzigartige Vollmondnacht. Eingeladen hatte Thurgau Tourismus und das Bildungshaus Kloster Fischingen.

Ruth Bossert

Vergangenen Samstagabend, 21 Uhr. Im Klosterdorf Fischingen ist es ruhig wie an jedem anderen Abend auch. Kein «Ramba-Zamba», keine laute Musik, keine öffentlichen WM-Spiele auf Grossleinwand. Im Garten des Klosters Fischingen stärken sich viele Teilnehmer der Wandernacht mit einer Wurst, andere trinken einen Most. Die Hitze des Tages verkriecht sich. «In Fischingen wird es auch im Hochsommer am Abend immer kühl», sagt Werner Ibig, Direktor des Vereins St. Iddazell Fischingen und Präsident des Verkehrsvereins. Er freue sich, sagt er etwas später vor den Wanderern, dass auch der oberste Schirmherr der Wanderwege, Regierungsrat Hans Peter Ruprecht, anwesend sei und eine Wanderroute in Angriff nehme.

Währenddessen überreicht Ibig dem Regierungsrat den Wanderproviant. Ein Klosterbrot, einen einheimischen Käse, süsse Fischingerli und eine Flasche Schnaps. «In Fischingen braucht man den Schnaps zum Wunden desinfizieren, ich weiss nicht genau, für was ihn Regierungsräte brauchen», meint Ibig neckend. Ruprecht erzählt, dass Wandern ein Hobby von ihm sei und er jedes Jahr zusammen mit seiner Frau Wanderferien in der Schweiz geniesse. «Aber nicht im Thurgau, hier kennt mich jeder und will mit mir quatschen, da kommt man nirgends hin.»

Sind wir Radiowanderer?
Ruprecht wählt die Route drei, die ungefähr zweieinhalb Stunden durch dunkle Wälder und lichte Höhen führen wird. Eine kleinere Gruppe nimmt die anspruchsvolle Route über den Grat in Angriff. Ungefähr zwei Dutzend Wanderer wählen die Strecke mit dem Schwergewicht auf die Kulturschätze der Gemeinde. Zwei Handvoll Kinder geniessen den Nachtplausch mit den Leitern von Jungwacht und Blauring. Weit mehr als 60 Personen schliessen sich dem prominenten Mitwanderer an. Auch Christoph Tobler, Präsident Thurgau Tourismus, und Patricia Bucher, Geschäftsführerin von Thurgau Tourismus, nehmen die erste Etappe durchs Schlyffitobel in Angriff. Der dichte Mischwald empfängt die Wanderer fast im Dunkeln.

«Eigentlich finden wir doch Radiowanderungen blöd. Jetzt sind wir trotzdem in einer ähnlichen Gruppe unterwegs», sagt Ruprecht. Rundum Gelächter. «Das ist etwas anderes», wehrt sich eine Frau aus dem Oberthurgau: «Wir wollen in dieser speziellen Nacht der Pilger auch die Zusammengehörigkeit spüren.» Die bunt zusammengewürfelte Gruppe, alle zwischen 30 und 70 Jahre alt, verlässt den Wald bei Schwerzholz, quert das Skilifttrassee und bewundert den feurig rot-orangen Himmel im Westen, wo vor gut einer halben Stunde die Sonne blutrot unterging. Auf der Anhöhe dann die kugelrunde, hell glänzende Scheibe des Vollmonds: «Gleich beginne ich zu heulen», sagt Ruprecht angesichts des wunderbaren Ausblicks und viele denken dasselbe. Die frisch gemähten Felder riechen nach trockenem Heu. Auf dem Bauernhof Feld trinkt Ruprecht ein Glas frische Milch und plaudert mit den Leuten. Ein Einheimischer stellt klar, dass die Wandergruppe bereits die Kantonsgrenze überschritten hat und sich im St. Gallischen befindet. «Wir sind uns gewohnt, die ID im Sack zu haben», stellt der Politiker klar. Die Nacht ist klar und hell, Lampen braucht es keine, den Weg kann keiner verfehlen.

Mut zur Einfachheit
23.30 Uhr: Plötzlich sieht man den Kirchturm der Klosterkirche gespenstisch im Mondlicht. «Sind wir schon wieder da», fragt Ruprecht. Während sich der Regierungsrat nach dem Bettmümpfeli auf den Heimweg begibt, geniessen viele Nachtwanderer um Mitternacht und um ein Uhr in der Früh ein stimmungsvolles Orgelspiel von Hermann Stamm aus Wängi in der frisch renovierten St. Iddakapelle. Werner Ibig stellt fest, dass es in dieser Region keine Events brauche zur Tourismusförderung. Es brauche einzig den Mut zur eigenen Identität, zu den eigenen Ressourcen, zu den Einzigartigkeiten der Kulturschätze in einer intakten Natur zu stehen. «Wir haben das Klientel dafür, dass hat auch diese Wandernacht bewiesen.»

 



 

 

 

 

 E-Mail | Webmaster

last update: 30.09.06

© 2005 by Kath. Kirchgemeinde Fischingen