|
Klassentreffen in barocken Räumlichkeiten
(mtb) Der Verein "Barockkirche Fischingen" stösst weit
über die Hinterthurgauer Grenzen auf grosses Interesse. Kürzlich
nutzten auch zahlreiche ehemalige Fischingerinnen und Fischinger die Gelegenheit,
sich bei Pfarrer Meinrad Loser aus erster Hand informieren zu lassen.
(zum Bild)
"Wenn im Tannzapfenland ein Verein mit derart grossen Zielen gegründet
wurde, so sollen auch die ehemaligen Fischingerinnen und Fischinger aus erster
Hand informiert werden", sagt Ruedi Amrhein. Deshalb habe der Ort, wo
sich die ehemaligen Primarschülerinnen und -schüler der Jahrgänge
1948-1952 zur Klassenzusammenkunft treffen sollten, schnell festgestanden,
erklärt Ruedi Amrhein weiter. Die Idee des OK Präsidenten fand Anklang;
so liessen sich kürzlich gegen fünfzig Damen und Herren von Pfarrer
Meinrad Loser alles Wissenswerte über den neu gegründeten Verein
"Barockkirche Fischingen" und über die einmalige Geschichte
der historischen Kirche erklären.
Seit 1848 im Besitze der Kirchgemeinde
Im Jahre 1848 entschied das Thurgauer Parlament, das Kloster aufzuheben und
die Konventbauten einem Industriellen zu verkaufen. Während das Benediktinerkloster
heute im Besitze des Vereins St. Iddazell ist, gingen die Kloster- und Pfarrkirche,
die Iddakapelle und der barocke Turm an die Kirchgemeinde Fischingen über.
Obwohl Bund und Kanton die Sanierungen an Kirchturm und Iddakapelle grosszügig
unterstützten, wurde die Belastung auf die 350 Mitglieder zählende
kleine Kirchgemeinde immer grösser. "Die Tatsache, dass die Gebäudeversicherungsprämien
der auf 33 Millionen Franken geschätzten Gebäude alleine zehn Prozent
der Steuereinnahmen schlucken, lässt die prekären finanziellen Verhältnisse
erahnen", erklärte Pfarrer Meinrad Loser. Die Lage verschärfte
sich auch in baulicher Hinsicht. Eine Bestandesaufnahme durch Baufachleute
unter Einbezug der Denkmalpflege habe besonders raschen Handlungsbedarf angezeigt,
so der Fischinger Pfarrer weiter.
Verein soll Sanierungen finanzieren
Während die dringendsten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an Dach und
Westfassade bereits in diesem Frühjahr ausgeführt werden müssen,
stehen weitere Unterhaltsarbeiten an den übrigen Fassaden und im Kircheninnern
an. Die Kosten für die Gesamtsanierung betragen rund vier Millionen Franken.
"Mit dem Verein Barockkirche Fischingen sollen die Kräfte zusammengeführt
und gebündelt werden, um so die finanziellen Mittel für den Erhalt
der einmaligen barocken Gebäude sicherzustellen", erklärte Pfarrer
Meinrad seinen sichtlich beeindruckten ehemaligen Schulkolleginnen und -kollegen.
Die barocken Orgelklänge von Fabienne Amrhein bildeten nicht nur den passenden
Rahmen für Erinnerungen an die Kindheit, wo man der historischen Bedeutung
der barocken Kirche wohl bedeutend weniger Beachtung schenkte, sondern auch
den fliessenden Übergang zu einem regen Gedankenaustausch.
|