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FISCHINGEN: RESTAURIERUNG DER KLOSTERKIRCHE IST DRINGEND
Fünf Jahre - fünf Millionen Franken
Die Bevölkerung will die Restaurierung der Barockkirche Fischingen
offensichtlich mittragen: Die Informationsveranstaltung von gestern Sonntag
ist auf sehr grosses Interesse gestossen.
MARIE-THERES BRÜHWILER
Dass die historische Barockkirche Fischingen gestern, am Festtag der heiligen
Idda, bis zum letzten Platz besetzt war, hatte seinen guten Grund, nutzten
doch Politiker (unter ihnen auch Regierungsrat Hans Peter Ruprecht), Synodalen
und die Bevölkerung nicht nur die Möglichkeit, einen einmaligen Festgottesdienst
mit Altabt Pankraz Winiker zu erleben, sondern sich auch aus erster Hand über
die geplanten Restaurierungen informieren zu lassen.
Die kantonale Denkmalpflegerin Beatrice Sendner-Rieger unterstrich in ihrem
engagierten Referat die historische Bedeutung der Kloster- und Kirchgebäude
und bezeichnete diese als ein Wahrzeichen für den Kanton Thurgau.
Kirchgemeindepräsident Josef Gemperle liess die wichtigsten Punkte in
der Geschichte der Fischinger Kloster- und Kirchgebäude noch einmal Revue
passieren. So entschied das Thurgauer Parlament im Jahre 1848, alle Klöster
aufzuheben. Die Fischinger Konventbauten wurden einem Industriellen verkauft
und sind heute im Besitze des Vereins St.Iddazell.Die Kloster- und Pfarrkirche,
die Iddakapelle und der barocke Turm gingen an die Kirchgemeinde Fischingen
über, welche in der Folge verschiedenste Restaurierungen zu tätigen
hatte. Neben Erneuerungen an Orgel, Chorgitter, Kirchendach, Iddapelle (von
1956 bis 1966), Sakristei und Kreuzgang (1992), mussten im Jahre 1999 auch
am Kirchturm gravierende Mängel behoben werden. Obwohl Bund und Kanton
die Sanierungen der barocken Gebäude schon in der Vergangenheit grosszügig
unterstützten, ist die Belastung für die lediglich 350 Mitglieder
zählende Kirchgemeinde sehr gross, schlucken doch alleine die Gebäudeversicherungsprämien
der heute auf 33 Millionen Franken geschätzten Gebäude rund zehn
Prozent der Steuereinnahmen.
Kostspieliger Hausschwamm
Eine Bestandesaufnahme durch Baufachleute unter Einbezug der Denkmalpflege
im Jahre 2000 zeigte erneut raschen Handlungsbedarf. Nachdem die dringendsten
Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an Dach und Westfassade im Sommer dieses
Jahres bereits begonnen haben, müssen auch die übrigen Fassaden,
die Iddakapelle, das Kirchenschiff, der untere und der obere Chor restauriert
und erneuert werden. "Allein die Bekämpfung des Hausschwamms im Dachstock,
der im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Westfassade entdeckt wurde, ist extrem
aufwendig und wird einen Betrag von 500 000 Franken verschlingen", erklärte
Josef Gemperle. Die Kosten für die Gesamtsanierung, welche bis ins Jahr
2006 laufen soll, betragen gut fünf Millionen Franken.
Katholische Landeskirche will helfen
Die katholische Landeskirche will der Synode noch in diesem Jahr eine Finanzierungshilfe
von 2,5 Millionen Franken zur Abstimmung vorlegen. Die eidgenössische
Denkmalpflege will sich mit 29 Prozent, der Kanton mit 24 Prozent und die Gemeinde
mit zehn Prozent beteiligen. Der Gemeindeanteil wird aber auf Grund von Artikel
30 der Verordnung zum Natur- und Heimatschutzgesetz fast vollständig vom
Kanton übernommen. Der vor rund einem Jahr gegründete und über
600 Mitglieder zählende Verein Barockkirche Fischingen soll eine halbe
Millionen Franken an die Kosten beisteuern. "Wir sind alle gefordert,
denn wir tragen eine grosse Verantwortung", appellierte der engagierte
Kirchenpräsident an die Anwesenden.
Wer die erste Informationsveranstaltung vom Sonntag verpasst hat, kann sich
am Montag, 11. November 2002, Beginn um 19.30 Uhr über den Stand der Dinge
informieren lassen.
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