|
Tagblatt vom 22.9.2001, Thurgauer Gemeinden
Barockkirche Fischingen vor der Rettung
Frohe Kunde für die katholische Kirchgemeinde Fischingen. Ein Förderverein
will ihr helfen, damit Kloster- und Pfarrkirche sowie Iddakapelle saniert und
erhalten werden können.
Der Verein Barockkirche Fischingen wurde am Donnerstag gegründet. Bereits
gehören ihm mehr als 80 Mitglieder an. Erster Präsident ist Alex
Frei aus Eschlikon, im Vorstand macht unter anderem Ständerat Hermann
Bürgi mit. Denkmalpflegerin Beatrice Sendner hob die historische Bedeutung
der Kloster- und Kirchgebäude hervor. In diesen finden sich sämtliche
barocke Stilrichtungen.
Das Benediktinerkloster ist heute im Besitze des Vereins St. Iddazell. Die
Kloster- und Pfarrkirche, die Iddakapelle und der barocke Turm gehören
der Katholischen Kirchgemeinde Fischingen. Nach der Restauration des Kirchturmes
1979 wurde dieser wieder zum Partner der Iddakapelle, was das talseitige Bild
der Klosteranlage wesentlich prägt. Im Jahre 1999 mussten am Kirchturm
gravierende Mängel behoben werden. Obwohl Bund und Kanton die Sanierungen
unterstützten, wurde die Belastung für die 350 Mitglieder zählende
Kirchgemeinde immer grösser. Die Tatsache, dass allein die Gebäudeversicherungsprämien
der auf 33 Millionen Franken geschätzten Gebäude zehn Prozent der
Steuereinnahmen schlucken, lässt die prekären finanziellen Verhältnisse
erahnen. Die Lage verschärfte sich auch in baulicher Hinsicht. Eine Bestandesaufnahme
durch Baufachleute unter Einbezug der Denkmalpflege zeigte raschen Handlungsbedarf.
Mit dem Verein Barockkirche Fischingen sollen die Kräfte zusammengeführt
und gebündelt werden, um so die finanziellen Mittel sicherzustellen. mtb
Freudentag für Barockkirche
Gründungsversammlung des Vereins Barockkirche Fischingen: Alex Frei
zum ersten Präsidenten ernannt
Die Bevölkerung hat den Hilferuf der Katholischen Kirchgemeinde
Fischingen offenbar verstanden. Gegen hundert Personen nahmen an der von Ständerat
Hermann Bürgi geleiteten Gründungsversammlung des Vereins Barockkirche
Fischingen teil.
Fischingen. Der konfessionell neutrale Förderverein bezweckt die Restaurierung
und Erhaltung der Kloster- und Pfarrkirche sowie der Iddakapelle Fischingen.
"Der Gründungstag des Vereins Barockkirche Fischingen ist für
unsere Kirche ein Freudentag", sagte Kirchenpräsident Josef Gemperle.
Marie-Louise Eberhard, Organistin der Stadtkirche Wil, umrahmte die festliche
Stimmung mit passenden barocken Orgelklängen.
Vielfalt der Barockstile
Die kantonale Denkmalpflegerin, Dr. Beatrice Sendner, unterstrich in ihrem
engagierten Referat die historische Bedeutung der Kloster- und Kirchgebäude.
In diesen finden sich sämtliche barocken Stilrichtungen. Vom Frühbarock
im Kirchenschiff, dem reifen Hochbarock in der Iddakapelle, der prachtvollen
Rokoko-Dekoration im Oberen Chor und den Konventsgebäuden bis zum Übergang
in den Klassizismus im Unteren Chor der Kirche.
Seit 1848 der Kirchgemeinde
Im Jahre 1848 entschied das Thurgauer Parlament, das Kloster aufzuheben und
die Konventbauten einem Industriellen zu verkaufen. Das Benediktinerkloster
ist heute im Besitze des Vereins St.Iddazell. Die Kloster- und Pfarrkirche,
die Iddakapelle und der barocke Turm gingen an die Kirchgemeinde Fischingen
über. In den Jahren 1963-1968 liess die Kirchgemeinde an der Iddakapelle
die Überformungen des 19. Jahrhunderts entfernen. Seither ist die ursprüngliche
räumliche und farbliche Qualität wieder erkennbar. Nach der Restauration
des Kirchturmes im Jahre 1979 wurde dieser wieder zum Partner der Iddakapelle,
was das talseitige Bild der Klosteranlage wesentlich prägt. Im Jahre 1999
mussten am Kirchturm gravierende Mängel behoben werden.
Grosse Belastung
Obwohl Bund und Kanton die Sanierungen unterstützten, wurde die Belastung
auf die 350 Mitglieder zählende kleine Kirchgemeinde immer grösser.
Die Tatsache, dass die Gebäudeversicherungsprämien der auf 33 Millionen
Franken geschätzten Gebäude alleine zehn Prozent der Steuereinnahmen
schlucken, lässt die prekären finanziellen Verhältnisse erahnen.
Dringende Sanierungen nötig
Die Lage verschärfte sich auch in baulicher Hinsicht. Eine Bestandesaufnahme
durch Baufachleute unter Einbezug der Denkmalpflege zeigte raschen Handlungsbedarf.
Während die dringendsten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an Dach und
Westfassade bereits im Jahre 2002 ausgeführt werden müssen, sind
später auch Unterhaltsarbeiten an den übrigen Fassaden und im Kircheninnern
nötig. Mit dem Verein Barockkirche Fischingen sollen die Kräfte zusammengeführt
und gebündelt werden, um so die finanziellen Mittel sicherzustellen. Der
Vorstand des Vereins Barockkirche Fischingen wurde bestückt und Felix
Frei aus Eschlikon an die Spitze gewählt (siehe Kasten: "Trägerschaft
gebildet"). Damit ist das ideelle Fundament zur Erhaltung der Kirche gelegt.
Tagblatt vom 22.9.2001, Hinterthurgau
|
Trägerschaft gebildet
Tagespräsident Ständerat Hermann Bürgi führte
durch die Gründungsversammlung. Sämtliche Gründungsgeschäfte,
wie die Abnahme der Statuten fanden einstimmige Genehmigung.
Zum ersten Präsidenten des Vereins wurde Alex Frei, Eschlikon,
ernannt. Dem Vorstand gehören ausserdem an: Fabienne Amrhein,
Wil; Karin Brühwiler, Tobel; Hermann Bürgi, Dussnang; Marlies
Mettler, Fischingen, und Pater Leo Müller, Prior, Kloster Fischingen.
Als Delegierte der Kirchgemeinde nehmen Urs Agosti, Alfons Fust, Kirchenpräsident
Josef Gemperle und Pfarrer Meinrad Loser im Vorstand Einsitz. "Die
Vereinsmitglieder haben nicht die Aufgabe, die Restaurierungen zu finanzieren",
sagte Ständerat Hermann Bürgi. Vielmehr müssten die
rund 80 dem Verein bereits beigetretenen Personen eine solide Trägerschaft
bilden. Den jährlichen Mitgliederbeitrag setzten die Gründungsmitglieder
auf bescheidene 20 Franken fest. Damit soll das Fundament für
einen schnell wachsenden Verein und die Verwirklichung des Ziels, die
historischen barocken Gebäude zu erhalten, gegeben sein. mtb.
|
|