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Der Landbote vom Mittwoch, 10. Juli 2002
Sanierung hat begonnen
(mtb) Das Baugerüst verrät es: Die Restaurierung der Barockkirche
Fischingen hat begonnen. Die Arbeiten erfordern eine enge Zusammenarbeit mit
thurgauischer und eidgenössischer Denkmalpflege.
Wenn die Kirche Fischingen im Normalfall Zentrum für Wallfahrende aus
dem In- und Ausland ist, so ist sie zurzeit Treffpunkt für verschiedenste
Handwerker. So wurden in den letzten Wochen nicht nur neue Sickerleitungen
erstellt, sondern auch die schadhaften Stellen am Putz entfernt. Der historische
Putz soll nun wieder ergänzt, das faule Dachgebälk des Vorzeichens
neu erstellt werden. Zum Leidwesen der finanziell gebeutelten Kirchgemeinde
wurden auch an der Originaluntersicht aus der Erbauungszeit von 1687 massive
Faulstellen entdeckt, hinter denen auch die äussere Mauerlatte geschädigt
war. «Die Folgen dieser Hiobsbotschaft auf Kosten und Termine müssen
wir erst abklären», sagt Kirchenpräsident Josef Gemperle.
Thurgauische und eidgenössische Denkmalpflege unterstützen das Restaurierungsvorhaben
(wie schon in den 50er Jahren) mit Wissen, Zeiteinsatz und Finanzen
dem Rang des Bauwerkes entsprechend mit Priorität. Entsprechend häufig
nimmt die kantonale Denkmalpflegerin Beatrice Sendner-Rieger denn auch den
Weg nach Fischingen unter die Räder. Beim letzten Besuch stand ihr auch
der eidgenössische Denkmalpfleger, Georg Carlen aus Luzern, zur Seite.
Die beiden wagten sich in luftige Höhen, um der renovationsbedürftigen
Marienstatue einen Besuch abzustatten.
Über vier Millionen Gesamtkosten
«Ich bin beeindruckt von der Selbsthilfe der Kirchgemeinde Fischingen
und des Vereins Barockkirche Fischingen», sagte Beatrice Sendner. Dieser
sei gut verankert und sehr tatkräftig. Der im September des vergangenen
Jahres gegründete Verein soll mithelfen, die finanziellen Ressourcen für
die Erhaltung der barocken Klosterkirche Fischingen sicherzustellen. «Unser
Ziel, mit dem Verein eine halbe Million an die Renovierungskosten beizutragen,
ist sehr hoch.» Es lasse sich nur mit vereinten Kräften im überregionalen
Rahmen erreichen, erklärte Vereinspräsident Alex Frei. Die Kosten
für die Gesamtsanierung betragen gut vier Millionen. Neben dem Verein
Barockkirche Fischingen und den Denkmalpflegen hat auch die Katholische Landeskirche
Beiträge in Aussicht gestellt. Der definitive Entscheid wird durch die
Synode gefällt. «Diese Signale motivieren uns, weiterhin mit vollem
Engagement nach Unterstützung zu suchen», so die übereinstimmende
Meinung von Kirchenpräsident Josef Gemperle und Vereinspräsident
Alex Frei.
Das Barockjuwel im Tannzapfenland, wie die Kirche Fischingen in einer Reportage
kürzlich bezeichnet wurde, wird die Kirchbehörde, den Architekten
und auch die Denkmalpflegerin wohl noch einige Jahre beschäftigen. Wenn
die dringendsten, bereits begonnenen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an
Dach und Westfassade abgeschlossen sein werden, stehen weitere Unterhaltsarbeiten
an den übrigen Fassaden sowie im Kircheninnern an. «Die Arbeit in
Fischingen macht mir grosse Freude, denn diese einmalige Gegend bezieht ihren
speziellen Reiz nicht nur aus dem wichtigen Baudenkmal, sondern auch aus dessen
gut erhaltenem Umfeld», so die Thurgauer Denkmalpflegerin Beatrice Sendner.
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